Die Künstlerin Über mich.
Gemächlich bewegt sich die portugiesische Ziege den Feldweg entlang und entführt den Betrachter in mediterrane Gefilde. Es ist schwer, sich vom atemberaubenden Charisma der Farben und Formen zu lösen. Dies mag mit einer der Gründe sein, weshalb die Ausstellungen der Künstlerin immer wieder ein Erfolg sind. Doch bis dahin war es ein langer Weg.
Für Beate Leisten begann er 1955 in Stade und führte dann nach Düsseldorf, wo sie Visuelle Kommunikation studierte. Bei den Professoren Brinkhaus und Assmann bildete sie sich in der Akt- und Aquarellmalerei aus und unternahm Zeichen- und Modellierstudien. 1983 schloss sie ihr Studium als Diplom-Designerin ab und nahm die Herausforderung an, als freie Künstlerin zu leben.
Nach erfolgreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Düsseldorf und Köln schaffte sie bald den Sprung nach London und Brüssel, wo sie ihre Privatausstellungen präsentierte. Ihre Experimentierfreude lebte sie in Italien gemeinsam mit dem Bildhauer Auro Bonfilgli aus und fand durch ihn ihren persönlichen Zugang zur plastischen Kunst.
Ihre Emotionen und die fesselnde Dynamik der Pinselführung verleihen den Bildern Charakter. Die Aquarelle kommunizieren regelrecht mit dem Betrachter. Sie erzählen in strahlenden Farben, die an die französischen Impressionisten erinnern, von sonnendurchfluteten südlichen Landschaften mit ihren Tieren und Pflanzen, zärtlicher Zweisamkeit und anderen unvergesslichen Momenten. Elegant und spielerisch wirken die meisten der Werke, vor allem die Gemälde, die dem Betrachter wie eine gemalte Sinfonie vorkommen. Tänzerisch sind auch die Figuren, etwa eine beschwingte, sehr üppige Frau. Wenige, mit ungeheurer Sicherheit gezeichnete Striche deuten ihre fließenden Bewegungen an.
Oft erschließt sich erst beim zweiten Blick eine ganz andere Möglichkeit, die Dinge zu sehen und zu interpretieren. Die Stillleben mit den Motiven, die die Künstlerin bei ihrer täglichen Arbeit begleiten, lassen den Betrachter beinahe den Geschmack von frischen Früchten oder edlem Wein auf der Zunge spüren und sprechen auf subtile Art die Sinne an. So ist es kein Zufall, dass die Bilder des Jahres 1995 im Weingut Brogsitter (www.brogsitter.de)ausgestellt wurden. Malerei und kulinarische Genüsse vereinen sich auf der Leinwand. Verschiedene Bereiche der Kultur werden eins. Sie nimmt teil an den Projekten "Künstler notieren die Burgfestspiele Mayen 1992" und "Künstler notieren Rock am Ring".
Unter dem Titel "Kultur-Brücke" erarbeitete sie ein neues Konzept für zeitgenössische Kunst im ländlichen Raum. Für das gleichnamige Skulpturenprojekt übernahm 1993 Jutta Scharping die Schirmherrschaft. Werke von Beate Leisten waren in der Bezirksregierung Koblenz und im Mainzer Landtag zu sehen. Aber auch die alte Heimat Düsseldorf bot ihr ein Forum im Ehrenhof, im Ballhaus und im Rathaus.
Seit 1987 lebt und arbeitet die Künstlerin in der Eifel und unterhält jetzt ihr Atelier "Quinta da arte" in Ahrbrück, Kreis Ahrweiler. Ihre Eindrücke gewinnt sie nicht nur in ihrer Wahlheimat, der Eifel, sondern auch auf ihren Reisen, die sie in viele Erdteile gebracht haben.
Eine gute, weil dauerhafte Möglichkeit, einen Teil ihrer Arbeiten zu sehen, ist das Künstlerlokal "Periferia" in Adenau. Im historischen Burghaus am Buttermarkt aus dem 14. Jahrhundert hat die Künstlerin von 1993 bis 2002 das Künstlerlokal "Periferia" als ihr bürgerliches Standbein betrieben. Hier präsentiert sie auch heute noch ihre Kunstwerke.
Eine besonders interessante Gelegenheit einige Werke zu betrachten, bietet das Gasthaus der Extraklasse, das "Historische Gasthaus Sanct Peter", der Familie Brogsitter in Bad Neuenahr-Ahrweiler im Weinort Walporzheim (www.sanct-peter.de). In dem ältesten Gasthaus des Ahrtales - die Inschrift verweist auf das Jahr 1246 - verbindet sich eine herausragende Küche, unvergleichbare Atmosphäre, festlich und romantisch, Auswahl großer Weine, Kultur und Kunst, zu einem unvergesslichen Gesamterlebnis.
|